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Blutdruckmessgeräte im Test plus Ratgeber und Infos.

Blutdrucktabelle: Blutdruckwerte verstehen

Eine regelmäßige Blutdruckmessung ist vielen Menschen zu empfehlen. Doch möchte man dann natürlich schon mehr als dem Arzt über die eigenen Messungen zu berichten. Ein Stück weit sollte jeder in der Lage sein die Blutdruckwerte auch einzuschätzen. (Natürlich im Rahmen der Möglichkeiten eines Laien – letztlich sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.)

Blutdrucktabelle der WHO

Die folgende Tabelle ist eine erste einfache Möglichkeit das Ergebnis einer Blutdruckmessung zu interpretieren. Hypertonie bedeutet Bluthochdruck und wird in drei Stufen je nach Schweregrad unterschieden.

systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
optimaler Blutdruck < 120 < 80
normaler Blutdruck 120-129 < 90
hoch-normaler Blutdruck 130-139 85-89
milde Hypertonie (Stufe 1) 140-159 90-99
mittlere Hypertonie (Stufe 2) 160-179 100-109
schwere Hypertonie (Stufe 3) >= 180 >= 110

Blutdrucktabelle der Deutschen Hochdruckliga

Auch von der Deutschen Hochdruckliga gibt es eine Blutdrucktabelle. Diese hat die obigen sechs Stufen mit der WHO gemeinsam. Es kommt allerdings als eine weitere Stufe noch die „isolierte systolische Hypertonie“ hinzu. In diesem Fall liegt nur der systolische Blutdruckwert mit einem Wert von über 140 mmHg im Bereich des Bluthochdruckes. Der diastolische Wert liegt hingegen unter 90 mmHg und liegt damit maximal im Bereich des hoch-normalen Blutdruckes.

Neben der zusätzlichen Stufe ist die Deutsche Hochdruckliga zudem beim diastolischen Blutdruck im Nomalbereich etwas weniger großzügig. Statt bis zu 90 mmHg sollte er laut dieser Tabelle bei 80 bis 84 mmHG liegen.

Die Blutdrucktabelle der Deutschen Hochdruckliga im Überblick:

systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
optimaler Blutdruck < 120 < 80
normaler Blutdruck 120-129 80-84
hoch-normaler Blutdruck 130-139 85-89
milde Hypertonie (Stufe 1) 140-159 90-99
mittlere Hypertonie (Stufe 2) 160-179 100-109
schwere Hypertonie (Stufe 3) >= 180 >= 110
Isolierte systol. Hypertonie >= 140 < 90

Blutniederdruck

Liegt der systolische Blutdruck unterhalb von 105 mmHg und der diastolische Blutdruck unterhalb von 60 mmHg, so spricht man von einem Blutniederdruck. Er wird von keiner der Blutdrucktabellen erfasst und auch nicht als Krankheit eingeschätzt. Er ist in der Regel auch kein Grund zur Sorge, da auch keine Beschwerden auftreten. Ein zu niedriger Blutdruck ist in jedem Fall besser als ein überhöhter Blutdruck. So sinkt hierbei das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Es kann allerdings der Fall sein, dass der Blutniederdruck durch eine andere Krankheit ausgelöst wird. Der niedrige Blutdruck könnte in diesem Fall also ein Indikator für die Krankheit sein. In Frage kommen hier zum Beispiel Unterfunktion der Nebennierenrinde, eine Herzschwäche, eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch Salzmangel.

Einfluß des Alters

Allgemeine Werte sollen eine erste einfache Einschätzung ermöglichen. Aber es gibt einige Faktoren, die bei einer exakten Interpretation der Werte beachtet werden sollte. So werden die Blutdruckwerte von Kindern und Jugendlichen besonders stark von ihrem Alter sowie ihrem Gewicht beeinflußt. Hier spricht man von einem normalen Blutdruck, wenn er zu den 90 Prozent seiner Altersgruppe gehört, die den niedrigsten Blutdruck haben. Genaue Grenzwerte werden hier derzeit allerdings erst noch wissenschaftlich diskutiert. Erreicht ein Kinder bzw. Jugendlicher die Bluthochdruckwerte von Erwachsenen, ist er aber in jedem Fall auch von Bluthochdruck betroffen.

Auch mit zunehmendem Alter ergeben sich unweigerlich Auswirkungen auf den Blutdruck. Durch die abnehmende Elastizität der Gefäße fällt der Blutdruck im Alter in der Regel etwas höher aus. Deshalb sollte man einen überhöhten Blutdruck allerdings nicht ignorieren.

Blutdruckwerte verstehen

Mit diesen Tabellen und Werten erhält man schnell eine erste Idee zur Interpretation der eigenen Blutdruckmessungen. Auf Kontrollmessungen durch einen Arzt sollte aber in keinem Fall verzichtet werden. Bei der Einschätzung von Blutdruckwerte ist natürlich grundsätzlich auch zu beachten, dass sie unter den richtigen Messbedindungen vorgenommen wurden.

Wichtig ist zum Beispiel zu wissen, dass in der Regel am Morgen der Blutdruck am höchstem ist. Er sinkt normalerweise aber anschließend relativ schnell wieder. Nun ist der „Morgenhochdruck“ trotzdem nicht zu unterschätzen. In dieser Zeit ist auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht. Kopfschmerzen am Mogren sind noch relativ normal – treten aber auch pochende Schläfen, Brustschmerzen oder Schwindelgefühl auf, so sollte dies mit einem Arzt besprochen werden.

Grundsätzlich gilt auch, dass die Blutdruckwerte bei jedem Menschen auch in Bezug auf seine persönlichen Umstände zu interpretieren sind. Besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen so sollte bereits bei einem „hoch-normalem“ Blutdruck, eine Senkung des Blutdruckes angestrebt werden.

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